Brandenburger in der Harz-Welle

Über den Schichtwolken

Los ging es am Samstag, als Herbert H. daran erinnert, dass für die kommende Wellensaison die Flieger einsatzbereit sein müssen, und für Di, Mi und Do 20.-22. Okt. sich die erste SW-Lage anbahnt. 74 WhatsApp-Nachrichten haben Ihren Anteil daran, dass am Donnerstag ein ansehnliches Fliegerlager der Brandenburger in Aschersleben auf dem Flugplatz stand.

Tiefer gelegene Cumulus lenticularis

Herbert hatte schon am Mittwoch früh mit der Anreise im Dauerregen seine Vorbereitungen abgeschlossen, und berichtete dann mit eindrucksvollen Fotos über einen „sehr interssanten“ Flugtag am Harz.

Der Start erfolgte bei etwas Nieselregen, im Osten waren noch abziehende Schauer zu erkennen. (Siehe Bildergalerie: F-Schlepp)

Da die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war, bildete sich teilweise schon vor den Lenties Reif an den Flügeln. Die Situation änderte sich häufig und ich musste aufpassen nicht von einer Lenti eingesogen zu werden. Insgesamt war es recht warm, die 0° -Grenze lag bei ca. 3100m. Durch Abstieg in die Föhnlücke mit wärmerer Luft konnte ich die Flügel schnell wieder trocknen. Die max. Höhe lag bei ca 4000m, Wellensteigen dort noch ca 1,5m/s, doch eine Wolkenschicht begrenzte den weiteren Aufstieg.

Die tragenden Linien reichten bis etwa 10km Nordwestlich über das Wellenfenster hinaus, allerdings war die Sicht wegen der Feuchte eingeschränkt.

Anflug auf eine Riesen-Lenti im Brocken-Lee

Am Abend machte sich Herbert mit Carsten Lindemann nochmal über die Prognose für den Folgetag her. Diese ergab eine nicht perfekte Schichtung mit schwankenden Angaben zu den nötigen Wetterparametern (für Welle am Harz sind Südwest-Wind, eine Inversion und mit der Höhe zunehmender Wind nötig).

Der Flugtag am Donnerstag zeigte sich dann mit ungewöhnlich warmen 22°C und Sonnenschein, aber nicht ganz einfachen Bedingungen um in die Welle zu gelangen. Die Fragerei im Funk nach dem richtigen Einstieg machte dies deutlich. Eindrucksvolle Wolkensysteme in unterschiedlichen Höhen gab es aber dennoch zu sehen. Und es gab offensichtlich auch Thermik – kein Wunder bei der Sonneinstrahlung. Die hat aber die Welle vermutlich eher gestört.

Aschersleben Aufbau Do 22.10.2020
Wolkenschicht in 1400m


Martin berichtet von 4-5 m/s Steigen während seines Schlepps über der alten Tongrube kurz nach dem Start um 0920z, mit fallender Tendenz. Suche im Segelflug hinter Hoym und über Ballenstedt führten wieder zurück zur Tongrube in 1100m, wo er 200m gewinnen konnte. Weitere Versuche waren erfolglos. Carsten Lindemann’s Bemerkung über einfließende feuchtere Luftmassen sind vielleicht die Erklärung für den Abbau der kleinen Welle.

Über OGN waren später Höhen bis 3400m zu sehen. Wir hatten es mit dem Duo kaum über die 2000m geschafft. Mehr Erfahrung hätte hier sicherlich geholfen. Ein gelungener Flugtag in der Thermik-armen Zeit war es aber allemal! Nach einem De-Briefing der Brandenburger und der Rückhole der DG300 aus Ballenstedt ging es dann zurück auf die Autobahn. [hh/kt]